ROCKIT begann mit einem fachlichen Gespräch mit Oleg Ishkov, einem Wissenschaftler der Heriot-Watt University. Er bereitete die Präsentation seiner Technologie auf der COP28 in Dubai vor und suchte einen Weg, ihren Zweck einem größeren Publikum verständlich zu machen.

ROCKIT soll das Entweichen von Treibhausgasen aus stillgelegten Bohrlöchern verhindern, indem es die verschließenden Zementpfropfen schützt. Meine Aufgabe war keine Demonstration der Chemie, sondern eine zugängliche visuelle Metapher für das Zurückhalten.

Die Universität bereitete eine Präsentation von Forschungsinnovationen vor. Einige ließen sich durch einen Roboter oder ein funktionierendes Gerät zeigen. ROCKIT stellte eine andere Frage: Wie stellt man ein Material aus, dessen Zweck darin besteht, Gase unter der Erde zu halten?

Der Campus in Dubai regte einen interaktiven Ansatz an. Ich entwickelte eine Idee mit Netzen und Ballons: Die Ballons standen für Gase, die entweichen wollen, das Netz für die Barriere, die sie zurückhält. Es war eine Metapher, kein maßstäbliches Modell der Technologie.

Normalerweise beginnt Raumgestaltung mit den Maßen des Ortes. Hier kam zuerst die zentrale Idee. Ihre räumliche Anordnung entwickelten wir, nachdem ein Standort feststand.

Mit Midjourney erkundete ich visuelle Richtungen und wählte Bilder für das Gespräch mit Oleg aus. Sie halfen uns, vom ersten Konzept zu Entscheidungen über die Installation zu gelangen. Die Bildentwicklung war ein Teil des Gestaltungsprozesses und kein Ersatz für die Ausarbeitung des tatsächlichen Raums.

Auf dem Campus verband die Installation eine transparente Kuppel, unter einem großen Netz aufsteigende Ballons und Gymnastikbälle auf dem Rasen als Sitzgelegenheiten. Seifenblasenmaschinen brachten Bewegung hinein. Zusammen machten diese Elemente aus einem abstrakten Thema einen Ort zum Verweilen, Reden und Schauen.

Ausstellungsstand mit Bildschirm und Ballons sowie einem Besucher
Ausstellungsstand mit Bildschirm, Ballons und einem Besucher.

Neben der Installation entwickelte ich ROCKITs visuelle Identität. Ein schwarzes Rechteck deutete den Boden unter uns an. Eng gesetzte Buchstaben bildeten einen kompakten Block und übertrugen die Idee einer durchgehenden Barriere in das Logo.

Petrolfarbene Informationstafel mit QR-Code
ROCKITs visuelle Identität von Vladimir Shmoylov.

Jeder Buchstabe verband zwei Farben. Ihr Zusammenspiel und die dichte Komposition verstärkten den Eindruck von Zusammenhalt. Identität und Installation drückten mit unterschiedlichen Mitteln dieselbe Idee aus: etwas an seinem Platz zu halten.

König Charles III. besuchte den Campus während der COP28. Die Installation in der Presseberichterstattung wiederzusehen war ein unerwarteter Moment der Sichtbarkeit. Er zeigte mir auch, wie ein einfaches Bild Aufmerksamkeit für ein Thema wecken kann, das in einem langen Fachbeitrag schwerer zu vermitteln wäre.

ROCKIT ist auf einem Foto vom 30. November 2023 hinter König Charles III. auf dem Campus der Heriot-Watt University in Dubai zu sehen. Foto bei Reuters Connect ansehen. Foto: Alexander Cornwell / Reuters.

Ausstellungsstand mit Bildschirm und Ballons
ROCKIT-Installation von Vladimir Shmoylov auf dem Campus der Heriot-Watt University in Dubai.

Während der COP28 blieben Besucher stehen, fotografierten, setzten sich und kamen ins Gespräch. Kinder und Erwachsene fühlten sich von den bewegten Ballons und Seifenblasen angezogen; Oleg füllte regelmäßig die Seifenblasenflüssigkeit nach. Für mich lag der Wert der Installation darin, diesen ersten Kontakt zwischen Forschungsprojekt und Publikum zu ermöglichen.

Vladimir Shmoylov, Dezember 2023

Heriot-Watt University: die ROCKIT-Technologie